Das Zugvogelmusik-Ensemble:

Insgesamt traten am 27. August im Oldenburgischen Staatstheater beim Konzert "Zugvogelmusik" 9 nationale und internationale Chöre und Bands auf, die für 9 ausgesuchte Zugvögel stehen. Sie sangen und spielten moderne und traditionell überlieferte Lieder aus den Ländern, die Jahr für Jahr von Zugvögeln als Brut-, Rast- oder Überwinterungsgebiet angeflogen werden. In einem Teil ihres Programms nahmen die Künstler Bezug auf diese „Migratory Birds“. Damit weisen sie auf die beeindruckende Artenvielfalt im Frühjahr und Herbst hin, wenn Millionen von Zugvögeln das Wattenmeer bevölkern.

Die Zusammenstellung der Musik und der Interpreten war genauso bunt und abwechslungsreich sein wie im Watt zu erleben: Rhythmusgeprägte Musik aus Ostafrika wechselte sich ab mit Gesang von der französischen Atlantikküste, isländischer Folk mit Liedern von der Elfenbeinküste. Auch Künstler aus Kamerun, Portugal, Marokko, Island und Russland sowie natürlich aus der oldenburgischen Gastgeberregion waren zu sehen und zu hören.

Hier ein Überblick über die einzelnen Musiker(gruppen), von denen einige dem zum festen Ensemble unseres Erfolgsprojekts Heimatlieder aus Deutschland angehören und die mit uns schon auf den großen Bühnen Deutschlands aufgetreten sind (Rheinisches Landestheater Neuss, Theaterhaus Stuttgart, Komische Oper Berlin, Münchner Kammerspiele usw.) und weiter unten gibt's die Ergebnisse einer Umfrage unter Zugvögeln, die sich nämlich eben diese Künstler und Künstlerinnen ausgesucht haben. Dazu ein dicker Stapel Fotos zum Durchklicken. Einfach mal nach unten scrollen!

Künstlerinnen, Künstler, Kindergarten:

La Caravane du Maghreb

Diese Musik kann heilen. Gnawa-Musik aus Marokko dauert oft mehrere Stunden. Bei uns gibt es die kürzere Variante – ebenso spektakulär und tiefgründig. Mehr

Njamy Sitson

Ganz kleine Instrumente und ganz große Stimme: Njamy singt kamerunische Bamiléké-Musik in Medumba, einer von elf Sprachen aus dem Grasland Kameruns. Mehr

Trio Fado

"Wir Portugiesen leiden gern. Das ist so. Und das ist auch okay für uns." DasTrio Fado widmet sich der tragischen Schicksalsmusik Portugals – auch mit Humor.Mehr

Polýnushka

Lieder mit Verve und tiefer russischer Seele: Das Ensemble Polýnushka singt für den Erhalt der russischen Vokaltradition. Link

Kokoti

Musik aus der Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Der charismatische Wahl-Oldenburger Leodelest singt mit Freunden Volkslieder aus seiner Heimat und Eigenkompositionen.

Ragnheiður Gröndal

In Island ist sie längst ein Star. 4-Mal hat "Ragga" den isländischen Music Award gewonnen. Sphärischer Folk vom Feinsten mit E-Gitarre, Klarinette und Cajón.

 

 

 

Wakassa

Ein mitreißendes Projekt von Pierrick Nzouangani mit traditionell-moderner Musik aus dem Kongo, getanzt und getrommelt. Link

Eric Marchand

Bretonische Seefahrergesänge und Klagelieder mit irischen und Weltmusik-Einflüssen, begleitet von Florian Baron (rechts im Bild) an der Oud.

 

 

 

Und die kleinen Künstler aus dem Kindergarten "Alte Dorfschule" Hatten im Landkreis Oldenburg:

Wir waren unterwegs in der Region Oldenburg und suchten nach Musik, die auch dem Nachwuchs eine Chance gibt, sich auf der Bühne zu zeigen. Genau der ist ja einer der Hauptgründe, warum es im Watt jeden Sommer so bunt her geht. Zusammen mit dem Deutschen Chorverband haben wir den Caruso Kindergarten „Alte Dorfschule“ in Hatten gefunden. Dort wird richtig viel gesungen. Musikalische Früherziehung mit Schmackes! Und eigens für unser Konzert wurde nun auch getextet, nämlich ein eigenes Lied über die Nonnengans, das die 21 Kinder an diesem Abend auf der ganz großen Bühne im Oldenburgischen Staatstheater für uns gesungen haben. Und für die Nonnengans, natürlich! 

Zugvogel-wünsch-dir-was: die Ergebnisse der Umfrage an die Patenvögel der Künstler

Da bei den Zugvogeltagen des Niedersächsischen Wattenmeers der Name Programm ist, hatten wir uns stellvertretend an 9 verschiedene Zugvögel gewendet, um ihre musikalischen Vorlieben zu ermitteln und entsprechende Musiker einzuladen. So kam es zu folgender Konstellation:

Die Brandseeschwalbe liebt Lieder von Wakassa aus dem Kongo. Der Kameruner Njamy Sitson ist der Lieblingssänger der Sandregenpfeifer, während die Heringsmöwe unbedingt Musik aus dem Maghreb von La Caravane du Maghreb hört. Der in Portugal überwinternde Löffler wollte das Trio Fado, das eigentlich ein Quartett ist, und der Alpenstrandläufer war hocherfreut, als mit Erik Marchand der Star der bretonischen Variante keltischer Musik zusagte. Die in Island überwinternde Schneeammer wünschte sich sofort den sphärischen Folk von Ragnheiður Gröndal, und Pfuhlschnepfen gehen bekanntlich die russisch sibirischen Lieder von Polynushka unglaublich nahe. Die Nonnengans zeigt sich jeden Sommer auch in der Oldenburger Region, und sie findet den Gesang von Kindern am besten, vor allem wenn diese ein Lied über die Nonnengans singen. Dafür kommt nur der Caruso-Kindergarten „Alte Dorfschule Hatten“ in Frage. Der ebenfalls in Oldenburg brütende Sanderling wünscht sich Lieder von Kokoti, einer Band, die vom aus der Republik Côte d’Ivoire stammenden und in Oldenburg lebenden Künstler Leo Delest gegründet wurde. 

Vielen Dank an all die Naturfotografen, die nicht nur unglaublich schöne und beeindruckende Bilder machen, sondern diese auch noch per Wikimedia Commons einer großen Öffentlichkeit zugänglich machen. Wir hoffen, alle Credits sind korrekt angegeben. Falls nicht, bitte melden! Illustration Nonnengans: Reno Lottmann.